Das Web ist in Bewegung

Alexander Bondar, 15. Mai 2010

2004 – die Geburtsstunde von Firefox

Vor etwas über fünf Jahren veröffentlichte Mozilla Foundation ihre neuste Kreation: den Browser Firefox. Mit der Standardunterstützung, der Open-Source-Idee und leichter Erweiterbarkeit gewann er in der Internetgemeinde starken Zuspruch. Seitdem ließ sich ständig eine Tendenz im Web feststellen, dass die Websites zunehmend sich an den Standards richteten und die Optimierung für den Internet Explorer an Wichtigkeit verlor.

Ansonsten änderte sich nicht sonderlich viel. Selbst die bis dahin halbwegs lebhafte Weiterentwicklung des HTML-Standards blieb in der 4. Version „stecken“, CSS ließ sich mit teilweiser Unterstützung in der 2. Version nutzen, über die Video-Formate machte man sich als Entwickler meist nicht besonders viele Gedanken (wohl weil diese nur Kopfschmerzen bereiteten).

Bis zum Jahre 2010.

2010 – die Neugeburt des Webs

Nun scheint das Web sich grundlegend zu verändern. Eine tragende Rolle spielen dabei die weltweit größten Konzerne mit ihren strategischen Entscheidungen. Hier sind alle momentan relevanten Internetgrößen vertreten: darunter Google, Apple, Adobe, Microsoft auf der kommerziellen Seite und Mozilla Foundation aus dem Open-Source-Bereich.

Die Verbreitung der standardkonformen Browsern trug maßgeblich dazu, dass auch die Webentwickler sich an den Vorgaben des W3C orientieren. So konnte Google auf der eigenen Videoplattform YouTube inzwischen sich dazu bewegen, die Unterstützung für IE6 (weitgehend) einzustellen und seit Januar 2010 eine alternative zu Flash-Videos anzubieten. Seitdem besteht die potenzielle Möglichkeit, ohne ein Flash-Plugin Videos anschauen zu können.

Doch nicht nur Google scheint der Flash-Technologie die Zukunft abzusprechen. Auch Apple sieht die Zukunft in offenen Standards, wie z.B. HTML5. Auf den iPhones, iPods und iPads ist Flash ein unbekanntes Objekt.

Die Browser-Hersteller entdecken die aktuellen Standards für sich: unterstützten Safari, Firefox und Chrome bereits seit Längerem CSS3 (wenn auch noch immer nur teilweise und mit eigenen Tags), unterstützt nun Opera CSS3 nun zum größten Teil. Um den Anschluss an die Konkurrenz nicht zu verlieren, hat sich selbst Microsoft hat sich dazu entschieden, moderne Standards in der kommenden Version des hauseigenen Browsers IE9 zu unterstützen.

Sind die Beweggründe mit größter Sicherheit bei den wirtschaftlichen Aspekten zu suchen, so ist die Bewegung hin zur weitgehenden Standardisierung des Webs mehr als positiv und lässt auf eine Zukunft hoffen, der die Website-Gestaltung mehr Spaß als Frust mitbringt.

Der lange Weg steht noch bevor

Das Jahr 2010 dürfen alle Web-Entwickler als Geburtsstunde des neuen Webs markieren. Eines Webs, in dem man in jedem Browser (nahezu) identische Ergebnisse erhält, eines Webs mit festgelegten Standards und eines Webs ohne IE6.

Doch bis zu diesem sehr wünschenswerten Ziel werden sicherlich noch einige Jahre vergehen.

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